Seele (Aristoteles)

1. Die “De Anima”-Schrift

Aristoteles versucht darin, eine möglichst allgemeine Definition der Seele (psyché) zu geben und sowohl deren Zusammensetzung, die dem hylemorphistischen Prinzip unterliegt, als auch ihre Fähigkeiten aufzuzeigen. Letztere dienen unter anderem zur Unterscheidung verschiedener Gattungen von Lebewesen.

2. Die Beschaffenheit der Seele

Jede Existenz ist durch zwei kategorische Begriffe zusammengesetzt. Zum einen die Materie, an sich noch keine definierbare Existenz sondern bloße potenzielle Möglichkeit, zum Anderen die Form, die Materie als vollendete Wirklichkeit erst zu einer wahrnehmbaren Existenz werden lässt. Die Seele selbst ist die Form, die einen natürlichen Körper (Materie) zu einem Lebewesen werden lassen kann. In ihr sind auch bestimmte Vermögen enthalten, die für die jeweilige Lebensform essenzieller Natur sind. Durch diese unterscheiden sich Pflanzen, Tiere und Menschen.

2.1 Die Vegetative Seele

Um einem Körper Leben ermöglichen zu können, muss dieser zumindest über den vegetativen Seelenteil, dem Nährvermögen, verfügen. Dieses ist verantwortlich für Ernährung, Wachstum, Schwund und Fortpflanzung und ist jeder Lebensform zu eigen. Pflanzen besitzen nur diesen einen Seelenteil, Tiere und Menschen noch weitere.

2.2 Die Sensitive Seele

Die sensitive Seele stellt die Basis für alle Sinneswahrnehmungen. Sinneswahrnehmungen geht immer ein Streben voran, welches wiederum eng mit Lust und Schmerz verbunden ist. Zu den Sinneswahrnehmungen gehören Tasten, Riechen, Hören, Sehen und Schmecken. Dieses Vermögen steht den Tieren und den Menschen zur Verfügung.

2.3 Die Geistseele/ Das Denkvermögen

Das, was den Menschen von den Tieren unterscheidet, sind Denkvermögen und die Geistseele. Alle Vorgänge wie Überlegen oder Meinen basieren auf diesem Vermögen. Die Geistseele ist bei der Geburt des Menschen zunächst noch leer, Aristoteles vergleicht dies mit einer Schreibtafel. Erst im Verlauf des Lebens füllt sich diese durch Erziehung und Erfahrung, sie ist also nur als eine Art Materie vorhanden und muss dann noch überformt werden.

Literaturhinweise

Aristoteles: De Anima, übersetzt von Gernot Krapinger (2011): Aristoteles. Über die Seele. Griechisch/ Deutsch. Stuttgart.

Bleecken, Stefan (2007), Das ganzheitliche Weltbild des Aristoteles, in Tabula Rasa Ausgabe 28.

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