Organismus

Lebewesen sind Organismen. Organismen wiederum unterscheiden sich insofern von bloßer anorganischer Materie, dass sie komplexe geschlossene Systeme darstellen, die mit ihrer Umwelt, durch Stoffwechsel (Metabolismus) im Austausch stehen und ihre Grenze permanent aufrecht erhalten. Kant bestimmt den Organismus als eine natürliche Entität, die von sich selbst Ursache und Wirkung ist:

„Um […] etwas, das man als Naturproduct erkennt, gleichwohl doch auch als Zweck, mithin als Natur zweck zu beurtheilen: […] würde ich vorläufig sagen: ein Ding existirt als Naturzweck, wenn es von sich selbst (obgleich in zwiefachem Sinne) Ursache und Wirkung ist; […] denn hierin liegt eine Causalität, dergleichen mit dem bloßen Begriffe einer Natur, ohne ihr einen Zweck unterzulegen, nicht verbunden, aber auch alsdann zwar ohne Widerspruch gedacht, aber nicht begriffen werden kann“ (V, 370f.).

Als Ursache kann hier die jeweilige Gattung verstanden werden, die sich durch die Wirkungsweise des individuellen Organismus weiter am Leben hält. Dadurch sind Organismen gegenüber bloß der Naturkausalität unterliegenden Entitäten überdeterminiert. Unsere Verstandeskategorien reichen nicht aus, diese vollständig zu begreifen. Um die Natur teleologisch verstehen zu können, benötigen wir das Vermögen der reflektierenden Urteilskraft.

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Über Jörg Noller

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