Hylemorphismus

Jede Substanz weist nach Aristoteles zwei Aspekte oder Momente auf, nämlich Materie (hýle) und Form (morphé bzw. eidos), die gemeinsam die Einheit des Hylemorphismus konstituieren. Während der Stoff, an sich betrachtet, unbestimmt und nicht lebensweltlich individuiert und diskret vorliegt, ähnlich wie bei ‚kontinuierlichen‘ Massen-Nomen („Wein“, „Milch“, „Wasser“, …), verdankt eine individuelle Substanz ihre Bestimmtheit und Intelligibilität als „dieses-da“ (tóde ti) der Form. Dementsprechend besitzt der Stoff den modalen Status der Möglichkeit (dýnamis), während die Form zur Wirklichkeit und Konkretion (Entelechie) einer Sache beiträgt.

Über Jörg Noller

Leiter des Blogseminars
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